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Bild[1][2]: Struktur der Installation




HUMAN 1.00 --ENCODED ist eine Multi-Kanal-Videoinstallation mit generativer Animation. Die Installation besteht aus einem Betonkubus mit vier eingebauten Smartphones.
Durch die vier Löcher auf jeder Seite des Kubus kann auf den Bildschirmen der Smartphones ein virtueller Raum aus unterschiedlichen Perspektiven wahrgenommen werden. Innerhalb dieses Raums, versucht ein daten-basierter Avatar, mithilfe der Machine-Learning-Algorithmen, Bewegungen einer standardisiert-trainierten Akteurin abzulesen und zu reproduzieren. Diese Radio-Gymnastik, die in ostasiatischen Schulen und Firmen, mehreren Zwecken dienend, eingesetzt wird, ist äußerst einfach zu erlernen und zielt auf hohe Grade von Präzision und Synchronisation. Mit den während des Kompilierungsprozesses auftretenden Verluste stellt der disziplinierte Avatar sich passiv in die Kluft zwischen Mensch, Maschine, Virtualität und Realität.
2019 ongoing
#Künstliche Intelligenz #Mixed Reality #Animation #Video Installation






Bild[3]: Radio-Gymnastik (Screenshot) Performerin: Yue Wang Kamera: Pascal Dreier
WAHRSCHEINLICHKEIT 
„Wahrscheinlichkeit“ wird im Machine-Learning angewendet, um die Ergebnisse einer Prognose auszuwerten. Das Label “1.00” über dem Kopf der Performerin(Bild[3]) beschreibt die höchstmögliche Form von Wahrscheinlichkeit – die Maschine erkennt die Figur an, als einen unsemantischen “Menschen“.




MOTIVATION
Künstliche neuronale Netze sind unerklärbare statistische Modelle, die menschliche Kognition nicht wirklich repräsentieren können. In einer kapitalistischen Gesellschaft steht die Frage über allem, wie die bereits existierende Technologie profitabel gemacht werden kann. Sogar die damit oft zusammenhängende romantische Idee eines „Schöpferwerdens“ tritt stellenweise in den Hintergrund. Unvermeidlich geworden ist Präzisions- und Prozessoptimierung mittels erhöhter Rechen- und Speicherleistung. Im Zeitalter der Industrialisierung werden diesen digitalen Objekten unterschiedliche Funktionen mit dennoch konkreten Zwecken zugeordnet. – Effizienz ist der einzige Maßstab.
Dieser Tendenz folgend, mit Beiträgen von vor allem chinesischen Wissenschaftler*innen, ist das Feld der „Human Pose Estimation“ seit längerem eines der fortschrittlichsten. Anwendung findet diese Forschung auch im sozialen Überwachungskomplex in China.
Im Rahmen dieser Arbeit werden disziplinierte Produkte, der trainierte menschliche Körper mit Algorithmen in Relation gestellt. Ein Versuch, die ästhetische Idee der Glitch-Art weiterzuführen und dem algorithmusbasierten Avatar ein spekulatives Werkzeug wider die Disziplin an die Hand zu geben – mittels geringer Sample-Größen, unqualifizierten Operationen und vorsätzlichen Störungen der Datenströme.




SKIZZEN


Bild[4]: Imagebild


Bild[5]: Optisches Schema              

Bild[6]: Hardware-Struktur




PROTOTYPEN




Bild[7]: Arbeit mit dem Beton

Bild[8]: Präsentation des Prototyps

Bild[9]: Ansicht des Prototyps




WEITERE LINKS
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Human-Pose-Estimation: ︎

©2019 YUE WANG 
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